Die grenzenlose Liebe Gottes

(Lesezeit: 2,5 Minuten)

Ich habe das Gefühl, alles um mich herum verschwimmt.

Mein Atem stockt, mein Herz bebt und ich finde keinen Halt.

Die Wellen der Angst erheben sich in drohende Höhen,

nur, um sich im nächsten Moment erbarmungslos auf mich zu stürzen.             

Der Sturm in mir zerrt mich in die Tiefe,

als wolle er mich in tausend Stücke zerreißen.

Eine unerträgliche Stille der Verzweiflung breitet sich in mir aus.

Doch dann spüre ich, wie deine warme Hand mich umgibt – mich hält. Deine Stärke, Sicherheit und Wärme umfangen mich. Deine Liebe baut mich wieder auf und sanfte Worte verschlingen meine Angst. „Ich bin bei dir! Vertraue mir mein Kind!“ haucht deine Stimme in mein Herz. Tiefer Friede verdrängt meine letzten Zweifel und ich erkenne: Ich bin in deiner Hand – DU bist da, um für mich zu kämpfen!

„Ich fühle mich irgendwie verloren!“ Diesen Satz habe wahrscheinlich nicht nur ich schonmal gehört, und selbst geäußert. Besonders in der heutigen Zeit treffe ich gefühlt immer mehr Menschen, die zutiefst verunsichert, verängstigt und einsam sind – sich verloren fühlen in dieser Welt und nach dem Sinn ihres Lebens suchen.

Wenn ich mit Menschen über meinen Glauben spreche, kommt schnell die Frage auf: „Wie könnte ich denn in solch schlimmen Zeiten wie Kriegen, Pandemien, Korruption, usw. überhaupt noch auf einen liebenden Gott vertrauen?“

Jesus ermutigt mich immer wieder in seinem Wort, der Bibel, ihm zu vertrauen. Er führte viele Beispiele für Gottes Treue an, die sich in der Natur zeigen. Nachdem er seine Jünger aufgefordert hatte, zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten und Ihm den Rest anzuvertrauen, fügte er diese beruhigenden Worte hinzu:

„Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater Wohlgefallen, euch das Reich zu geben.“

Jesus verstand die tiefe Unsicherheit, dem unsichtbaren Gott Vertrauen zu schenken. Er ist mit meiner rein körperlichen Wahrnehmung nicht fassbar, und doch soll ich meine Hoffnung auf Ihn setzen, damit Er meinen Körper versorgt. Ihm war bewusst, dass es einen sehr mutigen Glauben erforderte, der unbändigen Liebe Gottes zu vertrauen. Daher betonte er das wahre Wesen und die wahre Identität Gottes als Vater. Und er tat dies auf eine bemerkenswert positive Weise, mit besonders tröstenden Worten. Diese Worte vermittelten den Jüngern, dass es ihrem Vater eine Freude war, ihnen sein Reich anzuvertrauen. So ließ er sie wissen, dass sie geliebt wurden und dass Gott sie versorgen würde, wie jeder gute Vater seine Kinder versorgt. Damit konnten sie etwas anfangen, denn genau das ist es, was Väter tun! Jesus wollte, dass seine Jünger diesen Aspekt des Wesens Gottes verstehen, und zwar mehr als alles andere: Gott ist ihr Papa, der beschlossen hatte, sie grenzenlos, in voller Hingabe des Himmels zu lieben!

Von grenzenloser Liebe zu ungezügeltem Leben

In einem Gleichnis erzählt Jesus die Geschichte vom verlorenen Sohn. Der Sohn war der Jüngere von zwei Brüdern. Er tat etwas besonders Ungewöhnliches, das die grenzenlose Liebe seines Vaters mit Füßen trat – zugunsten eines ungezügelten Lebens. „Vater, du bist zwar noch nicht tot, aber ich will nicht mehr länger warten, sondern mein Erbe jetzt haben!“ Der Vater war nicht verpflichtet, dieser unvernünftigen Bitte nachzugeben. Doch überraschenderweise tat er das, was sein Sohn von ihm forderte. Er teilte seinen Besitz auf und gab seinem jüngeren Sohn den Anteil, der ihm zustand. 

Kurz darauf nahm der abenteuerlustige junge Mann all sein Geld und tauschte sein gutes Leben in der Kleinstadt gegen das turbulente Treiben der Großstadt ein.

Am 22. Mai inszenieren wir in einem Gemeinde-Musical die Geschichte dieses jungen Mannes. Sie sind eingeladen uns auf der Reise durch sein Leben zu begleiten. Die Spannung zwischen behütetem Zuhause und selbstbestimmter Freiheit. Die Zerrissenheit zwischen guter, ehrlicher Arbeit und einem Leben in Schwelgerei. Was hat diesen jungen Mann bewegt, was hat sein Leben zerstört, wie erlebte er den tiefsten Punkt seines Lebens und was hat seinen Lebensmut und seine Lebensperspektive wiederhergestellt?

Mich ermutigt die Geschichte die Liebe meines Vaters täglich in Erinnerung zu rufen. Denn ich bin nicht allein und kann meinem Vater vertrauen!

Janine Kirsch, ECG Kachtenhausen