"Vom Ende her denken"

(Lesezeit: 2 Minuten)

Das Wort “Kar” in Karwoche bedeutet Kummer, Klage, Trauer. Kein Wunder, die Mutter von Jesus, seine Freunde, seine Jünger und viele andere Menschen mussten vor ca. 2000 Jahren in dieser Woche sehr viel Leid und Ungerechtigkeit miterleben. Der Mann, der ihnen so viel wert war, der sie liebte und den sie liebten, wurde auf brutale Weise hingerichtet.

Heute, viele Jahre später, muss ich das nicht miterleben… was für ein Glück, das mir von Gott beschert wurde! Ich kann mich daher als einen sehr glücklichen, optimistischen und lebensfrohen Menschen beschreiben. Und wo viele Menschen in dieser Zeit versuchen, das Leiden von damals nachzuempfinden, fällt es mir schwer Trauer zu empfinden wie die Jünger und Familie Jesu es taten.

Für Jesus begann die Karwoche alles andere als mit Kummer. Er zog als König nach Jerusalem ein (Die Bibel – Matthäus 21,1-11). Die Situation glich einem Triumpf, einem königlichen Fest und keineswegs einem Trauermarsch – wenngleich sich die Laune der Menschen in nur wenigen Tagen schlagartig änderte.

Aber nicht deswegen ist für mich die Karwoche eine Woche des Sieges und nicht der Trauer. Bei dem ganzen Leid, das Jesus ertragen musste, steht ganz klar das Überwinden des Leids an vorderster Front. Gott, der unbesiegbar war, wurde ein verletzlicher Mensch. Er wurde nur wenige Tage nach diesem triumphalen und königlichen Einzug bespuckt, er ließ sich foltern, er ließ sich verspotten, er ließ sich kreuzigen. Er starb…

Doch nur 3 Tage später ist er auferstanden!

Er hat das Leiden überwunden und sogar den Tod! Natürlich hat seine Mutter Maria getrauert, als er starb. Natürlich haben seine Jünger geweint, als er von ihnen ging. Natürlich waren seine Freunde voller Kummer, weil er nicht mehr unter ihnen war.

Aber dieser Mann hat den Tod überwunden! Ist das so eine große Sache?

Ja klar. Seid wir Menschen sterben müssen versuchen wir länger zu leben… doch wir müssen sterben, weil Gott es so bestimmt hat. Und warum hat er es so bestimmt? Weil wir ungehorsam waren. Eigentlich hatte Gott uns doch so geschaffen, dass wir ewig leben können und es gab nur eine Sache, die wir nicht tun durften. Und genau diese Sache haben wir getan. So musste die Brücke zwischen Mensch und Gott abgerissen werden. Hoffnungslosigkeit macht sich in unserem Leben breit … Sinnlosigkeit … Perspektivlosigkeit …

"Denn alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren."

Aber ich kann heute in der Karwoche mit der Trauer und dem Kummer nicht mitfühlen. Denn das Ende ist weithin bekannt! Ich weiß von Jesu Auferstehung! Diese Tatsache, dieser Sieg über den Tod, war notwendig, damit du und ich – wir hatten eigentlich keine Chance mit Gott Frieden zu schließen – Frieden mit Gott schließen konnten.

"Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben!"

Also sind meine Emotionen in der Karwoche erfüllt von Freude, Hoffnung, Glück!

Mein Blick schweift bei all dem gegenwärtigen Leid nach vorne, ans Ende, zu dem Happy End, welches in der Bibel für die beschrieben ist, die an Jesus glauben! Denn dieser Glaube ist der Schlüssel zum Frieden mit Gott.

Wenn ich im Leid stecke, darf ich vom Ende her denken: alles Leiden wird Gott beenden!
Wenn ich trauere, darf ich vom Ende her denken: Gott will mir Freude schenken!
Wenn ich ausgelaugt bin, darf ich vom Ende her denken: Gott wird all der Mühe ein Ende bereiten!

"Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden"

Danilo Schmidt, ECG Kachtenhausen

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